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  • Paula Dombrowski

Sei gegrüßt, liebe Panik!

Aktualisiert: 12. Dez. 2022

Wie du positiv mit Panikattacken umgehen kannst


Du hast eine Panikattacke? Herzlichen Glückwunsch! Die frohe Botschaft ist, du lebst! Das Leben pulsiert in dir. Die schlechte Botschaft ist, du hältst es fest, du blockierst diesen Fluß. Noch! Denn ich beschreibe dir jetzt ein paar Sachen, die du machen kannst, um es wieder fließen zu lassen und in Zukunft dieses furchtbare Gefühl der Panik leichter zu lösen und sogar für dich zu nutzen.

Wie äußert sich eine Panikattacke?

Die häufigsten Symptome sind Schwindel, Schwitzen, Herzrasen, Schmerzen in der Brust, Zittern, weiche Knie, das Gefühl drohender Ohmacht, Atemnot, zugeschnürter Hals, Übelkeit, Kribbeln und Anspannung in den Gliedmaßen, verschwommener Blick, Angst zu Sterben. Das ist ein sehr furchterregender Zustand. Ich selbst habe ihn schon oft erlebt und möchte mit dir einige meiner Einsichten und Erkenntnisse darüber teilen, warum Panikattacken auftauchen und was hilft, diese Zustände körperlicher und emotionaler Aufruhr gut zu lösen. Erwartete und unerwartete Panik

Es gibt zwei Arten von Panik - die erwartete und die unerwartete. Erwartet heißt, du hattest schon mal Panik in einer bestimmten Situation (z.B. Fahrstuhl, Flugzeug, Menschenmassen) und erwartest nun beim nächsten Mal in derselben Szenerie, daß du wieder Panik bekommen wirst und – bekommst sie. Unerwartete Panik tritt auf aus dem Nichts. Plötzlich, vielleicht sogar in einem schönen, entspannten Moment, überfällt sie dich und erschreckt dich zufiefst. „Alles, wogegen du dich wehrst, bleibt. Alles, was du annimmst, kann gehen“ - das Paradox der Heilung Panik kann dir anzeigen, daß sich etwas in dir löst und heilen kann. Und zwar in diesem Moment. Panikgefühle sind nichts anderes als Gefühle, die fließen wollen, aber festgehalten werden. Beides unbewußt. Es wollen Gefühle aus dem Unterbewußtsein ans Tagesbewußtsein, und du wehrst sie unbewußt ab. Meistens geschieht das, wenn wir Entwicklungsschritte gemacht haben oder größere Veränderungen anstehen, oder wenn wir etwas vorhaben, das uns noch neu und fremd ist. Auch wenn wir etwas Traumatisches überstanden haben – einen Unfall, eine OP, eine schwere Krankheit, während einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Auch nach Einnahme homöopathischer Mittel oder nach osteopthischen Behandlungen, bei Tiefenentspannung kann es zu Panik kommen – alles, was im Körper in der Tiefe etwas löst, kann zum Aufsteigen unbewußter Gefühle führen.

Vertrau jetzt deinem Körper Dein Körper reinigt sich, er entlädt sich von alten emotionalen Verknotungen. Tiere schütteln sich nach einem lebensbedrohlichen Vorfall. Dies tut dein Körper jetzt auch. Laß ihn zittern und pulsieren und hilf ihm, sich von diesen Spannungen zu befreien. Lös die Starre, entspanne dich bewußt, öffne dich und empfang die Botschaften deines Unterbewußtseins. Hab keine Angst vor diesen Gefühlen und Bildern, sondern begrüße sie und wisse, daß du danach innerlich und körperlich gelöster sein wirst.

Jede Panikattacke hat ein Ende Mach dir bewußt: Jedes Gefühl, jede körperliche Sensation, jedes Elend, jede Freude haben eins gemeinsam – sie sind vergänglich. Das heißt, sie vergehen. Alle. Also auch dieses Panikgefühl. Du kannst dieses Gefühl am Gehen hindern, indem du es festhältst, oder du kannst es weitergehen lassen, indem du ihm den Weg bereitest. Es liegt in deiner Entscheidung und in deiner Macht. Es ist wichtig, daß du dir das in diesem Moment bewußt machst, denn für´s Erste fühlen wir uns diesem Gefühl gegenüber meist ohnmächtig ausgeliefert. Das bist du aber nicht. Vielleicht warst du das einstmals und ein altes Gefühl der Ohnmacht ist angetriggert. Aber im aktuellen Moment einer Panikattacke bist du die Meisterin/der Meister der Lage. Du darfst dich jetzt daran erinnern. Mentale Weite schaffen Nimm also im Geiste die Position der Meisterin/des Meisters an und beobachte das Gefühl und all die Körpersensationen dabei, wie sie geschehen – wie sie stolpern und jagen und deinen Körper aufwühlen und ermutige sie, weiterzugehen, indem du ihnen den Weg öffnest. Es geht vorbei. Nimm das wörtlich! Beobachte, wie ein Fels in der Brandung deiner Gefühle, wie sie vorbei gehen/fließen.

Bewußtes Ein- und Ausatmen Mach dich innerlich weit und atme. Atme tief in alle Körperregionen. Atme besonders in die Regionen, die gerade eng sind. Stell dir vor, du atmest goldenes Licht in deinen Körper. Sieh, wie es deinen ganzen Körper durchflutet, jede Zelle erhellt. Oder stell dir vor, du atmest Frieden durch die Nase ein und allen Streß durch deinen Mund aus. Alles, was dein Gefühl der Weite verstärkt, ist hilfreich. Probiere dich aus. Meditation über den Fluß Stell dir einen Fluß vor, einen starken, breiten Strom, der von links nach rechts fließt. Stell dir vor, links ist deine Vergangenheit, rechts ist deine Zukunft. Visualisiere, wie deine Gefühle in den Fluß hineinfließen und wie der starke Strom sie mit sich zieht und wie sie weit, weit entfernt von dir, transformiert werden in Licht oder Liebe oder irgendetwas anderes, das dir und der Welt einfach gut tut. So kann sich deine schmerzhafte Vergangenheit in eine frohe Zukunft wandeln, während du als Beobachterin oder Beobachter in der Gegenwart am Fluß stehst.

Lös die Starre Das Unangenehmste an der Panik ist, meines Empfindens nach, diese lähmende Starre und Enge. Je nachdem, wie stark es ist, läßt du die Gefühlswellen einfach im Sitzen oder Liegen durch dich hindurch fließen, oder, wenn du kannst, beweg dich! Schütteln, Dehnen, Tanzen, Singen, Summen, Tönen – komm in Bewegung. Doch mach das alles achtsam und ohne Druck. Denn in dir wütet eh schon ein Sturm. Sei lieb zu dir und geduldig. Igelball Ein kleiner, feiner Igelball – in jedem Sanitätshaus für ein paar Euro zu bekommen – kann Wunder bewirken. Zwischen den Händen rollen, Kneten, mit einzelnen Fingerspitzen an den Noppen drücken – so ausführlich wie möglich jede Region der Hände bespielen. Dies stimuliert über die Hand-Reflexzonen deine inneren Organe und entspannt deinen ganzen Körper. Je aufmerksamer und hingebungsvoller du es machst, desto besser, denn deine Aufmerksamkeit geht jetzt zu deinen Händen und weg von den Streßgefühlen der Panik. Es sind nur Erinnerungen

Bei Panik mit Erinnerungsfetzen traumatischer Ereignisse (Flashbacks) mach dir bewußt, daß das, was du jetzt erlebst, nur Erinnerungen sind. Das Schlimmste hast du bereits überstanden! Alles, was sich jetzt zeigt, kann jetzt gehen, und es zeigt sich jetzt, weil du jetzt dazu bereit und in der Lage bist, es zu konfrontieren und zu heilen. Sei in diesen Phasen, wo traumatisches, belastendes Material aufsteigt, extrem lieb zu dir! Diese Phasen sind kräftezehrend und brauchen deine volle Zuwendung und Selbstannahme. Und auch wenn deine Widerstände dich vielleicht in dein normales Funktionieren im Außen pushen wollen, wisse, daß du im Innern gerade Berge versetzt. Gönn dir daher, im Außen eher eine ruhige Kugel zu schieben.

Laß deinen Körper seine Arbeit machen

Dein Körper ist hochintelligent, er macht alles mit Grund und mit einem Sinn. Wenn er also heute und jetzt Gefühle fließen lassen will, dann, weil heute genau der richtige Tag dafür ist. Auch, weil du heute dazu in der Lage bist, diese Gefühle und Themen, die sich nun eventuell zeigen, zu konfrontieren. Vertrau also deinem Körper und laß die Gefühle durchfließen, vorbei gehen. Festhalten und Blockieren führen genau zu dem körperlichen Streß, der sich wie Panik anfühlt. Die Gefühle kommen in Wellen Große und kleine Amplituden wechseln sich ab. Manchmal gibt es längere Phasen mit großen Amplituden, diese brauchen den meisten Mut von dir. Denn ja, Panik ist von Todesangst begleítet. Unser erster Impuls bei unangenehmen Gefühlen ist fast immer Widerstand. Diesen Widerstand läßt du jetzt ganz bewußt los, machst dich innerlich weit und läßt fließen, was jetzt fließen will. Es ist nur ein Gefühl.

Lenk deine Gefühle Wenn sie dir zu sehr in den Kopf steigen – ohnmächtige Wut, ein Gefühl von Verrücktwerden, aufsteigende Schreie, die noch festsitzen - dann leite sie über Summen und über deinen Atem zu deinen Füßen ab. Lenk sie in eine andere Richtung, dahin, wo weniger Energie gestaut ist, und laß sie dort abfließen. Spiel damit. Du wirst merken, daß dir die Energien und Gefühle folgen. Wenn sie dich zu sehr nach unten ziehen, atme sie nach oben. Sorg für einen Energieausgleich. Du bestimmst, wo deine Gefühle hinfließen.

Rescue-Tropfen von Dr. Bach – die Blütenpower https://www.bach-blueten-portal.de/rescue-bachblueten/rescue-tropfen/ Rescue-Tropfen sind pflanzliche Beruhigungstropfen. Wenn es akut ist, gibst du ein paar Tropfen direkt aus der Pipette unter deine Zunge. Mittlerweile gibt es sie ohne Alkohol, da brennt es auch nicht mehr. Die angenehmste Wirkung empfinde ich bei der empfohlenen Anwendung – vier Tropfen ins Wasserglas und langsam, schluckweise trinken. Die Wirkstoffe werden direkt über die Mundschleimhaut aufgenommen, weniger über den Magen. In tagelangen Phasen mit häufigen Panikgefühlen bzw. starken vegetativ spürbaren Ängsten kannst du sie morgens und abends im Wasserglas nehmen. Das nimmt die Spitzen aus den Amplituden und erleichtert das Fühlen der dahinter liegenden Emotionen.

Duftöle schnuppern Über Düfte gelangen wir sehr schnell in andere Gefilde. Sie wirken direkt über den Körper. Wenn du Duftöle hast, die dich an schöne Erlebnisse, an schöne Urlaube, an Orte, die du liebst, erinnern, dann rieche am Fläschchen und geh auf Reisen. Spazierengehen Bewegung an frischer Luft kann alles verändern. Du löst die Starre, du atmest intensiv Sauerstoff, du hast äußere Reize, die dich von deinem Innern ablenken, und so können die Spannungen ganz leicht abgebaut werden. Außerdem findet eine bilaterale Stimulierung statt, das heißt, beide Gehirnhälften sind gleichzeitig aktiviert, so daß du, wie beim EMDR, die Streß auslösenden Netzwerke mit Ressourcennetzwerken verknüpfst und nachhaltige Linderung erfährst.

Notfallköfferchen anlegen

Wenn du in einer Panikattacke bist, setzt dein Denkvermögen für die ersten Momente aus. Deshalb ist es sinnvoll, sich ein Notfallköfferchen anzulegen, vielleicht ein kleines Täschchen, das seinen festen Platz in deiner Wohnung bekommt, damit du im Moment der Panik genau weißt, wo du es holen kannst. In dieses Täschchen tust du die Dinge (z.B Igelball und Duftöl) und eine Liste mit allem, was dir im Falle von Panik helfen kann.

Allgemeines, das dir anstrengende Phasen erleichtern kann Bewußtwerdung Das ganz Entscheidende und Nachhaltigste ist die Bewußtwerdung der hinter der Panik liegenden Konflikte. Wovor habe ich eigentlich Angst? Was unterdrücke ich denn? Das ist übrigens das Geschenk, das darin verborgen liegt und der Grund, warum du dich über jede Panikattacke freuen solltest – sie führt dich zu einem bisher unbekannten Ort in dir und zu neuen Erkenntnissen über dich selbst. In erster Instanz spürst du vielleicht nur Schmerz und Angst. Aber nachher, wenn Schmerz und Angst abgeflossen sind, offenbaren sich die Schätze.

Mach easy

Panik zeigt also auch an, daß du nach innen gehen und dort etwas erkennen kannst. Mach an solchen Tagen im Außen nicht so viel, denn im deinem Innern ist ja schon viel los. Geh spazieren, leg dich in die Wanne, schreib Tagebuch, fühl nach innen, male was, probier mal die neue Meditation aus, sei bei dir, sei lieb zu dir, sei geduldig und achtsam mit dir. Erwarte keine Höchstleistungen oder den Strahlemax / die Strahlemaxi von dir, sondern gönn dir Rückzug und Ruhe im Außen. Immerhin ist in dir gerade Tornadosaison.

Leichte Kost Wenn dein System, deine Seele eh schon an etwas schwer zu knabbern hat, dann empfiehlt sich leichte Kost für deinen Körper. Laß Fleisch an solchen Tagen einfach weg. Koche Speisen besser, als sie zu braten, sei mit scharfen Gewürzen sparsam. Koffein und alles andere, was aufputscht, verschiebe vielleicht auch auf ein anderes Mal. Industriezucker wegzulassen, empfiehlt sich auch, denn der bringt eh die Darmflora durcheinander und führt zu Stimmungsschwankungen. Andererseits, wenn dich die Schokolade in diesem schweren Moment tröstet... teste es aus und sammle deine Erfahrungen mit und ohne Zucker, Fleisch etc.

Vertrau dich an Es kommt schnell dazu, daß wir uns für solche Gefühlszustände schämen. Umso wichtiger ist es, um auch auf sozialer Ebene im Fluß zu bleiben, uns Menschen anzuvertrauen, die uns wohlgesonnen sind. Das lindert meist schon die Angst und den Streß. Wenn du mit Erinnerungen traumatischer Erfahrungen zu tun hast, hol dir professionelle Hilfe. Traumata alleine zu erlösen, geht nur bedingt. Das Problem mit traumatischen Erlebnissen ist meist, daß wir damals allein mit der Gefahr waren und nicht adäquat versorgt und unterstützt wurden. Allein die bloße Präsenz eines mitfühlenden Menschen bringt daher manchmal schon Heilung. Wenn dazu noch effektive Methoden angewandt werden, begünstigt das den Heilungsprozeß sehr.

Unbekanntes Terrain Panik kann auch anzeigen, daß du dich in unbekanntes Terrain vorgewagt hast und dir nun ordentlich die Muffe geht. Schritte im Außen erfordern Schritte im Innen. Große Schritte im Außen erfordern große Schritte im Innen. Große Schritte machen große Amplituden... Herzlichen Glückwunsch, daß du so mutig warst und einfach gesprungen bist und was riskierst! Da kann man schon mal ausflippen, das ist es wert. Mach dir deine Ängste bewußt. Sind sie irrational, laß sie los. Sind sie berechtigt, triff sinnvolle Vorkehrungen.

In diesem Sinne - Sei gegrüßt, liebe Heilung!

Sei gegrüßt, liebe Selbsterkenntnis! Sei gegrüßt, liebe Risikobereitschaft! Sei gegrüßt, liebe Panik!

Was hilft dir bei Panik? Schreib es in die Kommentare, damit wir hier eine hilfreiche Liste erstellen, die auch anderen Inspiration und Hilfe sein kann. Danke! Ich grüße dich herzlich,

Paula

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